Projekt "Schütz dich vor Gewalt"

„Schütz dich vor Gewalt“ – Patersdorfer Viertklässler üben Selbstbehauptung und Selbstverteidigung

Patersdorf. Fünf Tage lang stand für die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse der Grundschule Patersdorf ein besonders wichtiges Thema auf dem Stundenplan: Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Unter der Leitung der Gewaltpräventionstrainerin Frau Klingseisen nahmen die Kinder täglich zwei Unterrichtsstunden am Projekt „Schütz dich vor Gewalt“ teil.

 

Ziel des Kurses war es, die Kinder darin zu stärken, Gefahren frühzeitig zu erkennen, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und sich in schwierigen Situationen selbstbewusst zu behaupten. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler vor allem, dass ihre Stimme ein wichtiges Werkzeug ist. Mit einem lauten und bestimmten „Stopp! Ich will das nicht!“ übten sie, klar Grenzen zu setzen. Warum man in bedrohlichen Situationen laut schreien sollte, wurde ebenfalls besprochen: Andere Menschen werden aufmerksam, verstehen, dass Hilfe benötigt wird, und mögliche Angreifer werden abgeschreckt.

Ein wichtiger Bestandteil des Trainings war die so genannte „Rot-Gelb-Grün-Linie“. Die Kinder lernten damit einzuschätzen, wann eine Situation noch angenehm ist und wann sie deutlich „Stopp“ sagen müssen. „Der Bauch ist das Frühwarnsystem unseres Körpers“, erklärte Frau Klingseisen und riet den Kindern, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt oder „der Bauch grummelt“, sollte man aufmerksam werden und handeln.

 

Anhand von Geschichten, Rollenspielen und Bildern besprachen die Kinder verschiedene Alltagssituationen wie unerwünschte Umarmungen oder Grenzverletzungen und sie übten, wie man sich Hilfe holt.

Neben der Selbstbehauptung stand auch praktische Selbstverteidigung auf dem Programm. Die Kinder übten Befreiungstechniken und das sichere Fallen mit der „Kartoffelsackmethode“. Immer wieder wurde betont, dass es zunächst darum gehe, Konflikte möglichst ohne Gewalt zu lösen, Hilfe zu organisieren und sich aus der Situation zu entfernen. Nur bei ernsthafter Gefahr für Leib und Leben dürfe man sich auch körperlich verteidigen.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt war der Schutz vor Missbrauch. Mithilfe von Geschichten und Gesprächen wurde den Kindern vermittelt, dass ihr Körper ihnen gehört, dass sie sich nicht erpressen lassen dürfen und dass es wichtig ist, sich einer Kontaktperson anzuvertrauen, wenn etwas Belastendes passiert.

 

Das Highlight war, als am letzten Tag jeder mit einem Schlag ein Brett durchschlagen durfte, das Frau Klingseisen mit Namen und Datum signierte. Am Ende waren sich alle einig: Das Projekt hat nicht nur Spaß gemacht, sondern den Schülerinnen und Schülern auch Mut, Selbstvertrauen und wichtige Strategien für ihre eigene Sicherheit mit auf den Weg gegeben.

 

Text und Fotos: Anne Dankesreiter